Braşov

Der Vorstand und Ausschuss der Rumänienhilfe Mössingen hat im Mai 2019 Besuch aus Braşov empfangen. Zu Gast waren Sarah Vienna und Steffi Vogel von „Firm Foundations Romania“ (FFR). Sarah Vienna kommt ursprünglich aus Kalifornien, Steffi Vogel aus Dornstetten bei Freudenstadt. Beide haben vor 16 Jahren die Not von verlassenen Kindern im Kinderkrankenhaus in Braşov kennengelernt und sich spontan entschlossen, dort zu bleiben und sich der Babys anzunehmen. Sie sehen das heute als Führung Gottes an.

Wieso gibt es verlassene Kinder?
Roma-Frauen aus bitterarmen Verhältnissen haben nicht selten sechs, acht oder noch mehr Kinder. Wenn dann ein Neugeborenes krank wird, bringen sie das Baby ins Kinderkrankenhaus. Dort wird es medizinisch und pflegerisch versorgt. Dass sie es dann nicht mehr abholen, hat oft mehrere Gründe, zum Beispiel, weil sie in ihrer Not mit einem weiteren Kind überfordert sind, zumal wenn es krank ist, oder weil sie nicht genug zu essen für alle Kinder haben, oder weil die Wohnsituation desolat ist.
Die Krankenschwestern versorgen dann die Kinder zwar mit Essen und Wickeln, aber sonst ist niemand für die Kinder da. 24 Stunden liegen sie in ihren Gitterbetten ohne Ansprache, ohne dass jemand mit ihnen spielt, ohne dass sie jemand auf den Arm nimmt.
Gegen diese Not gehen Sarah Vienna, Steffi Vogel und ihr internationales Team von Christinnen und Christen an. Sie nehmen sich für die Kinder Zeit, sprechen, singen und spielen mit ihnen, nehmen sie auf den Arm und wenden sich ihnen liebevoll zu. Zusammen mit einer Sozialarbeitern überlegen sie auch, wie man die Kinder zu den Eltern zurückbringen oder sie in Pflegefamilien unterbringen kann. Sie leisten einen unschätzbar wertvollen Dienst an den Kindern.

Ein weiterer Arbeitszweig ist ein Kindergarten im Roma-Dorf Budila, etwa eine halbe Autostunde von Brasov entfernt. Roma-Kinder sollen von Anfang ihres Lebens an Zuwendung, Wertschätzung und Förderung im Namen Jesu erfahren.
Das dritte Standbein sind zwei Klassen, in denen Grundschüler Hausaufgabenhilfe und Unterstützung in ihren Schulfächern erfahren. Vor allem aber werden sie ermutigt, in ihren schulischen Leistungen nicht nachzulassen und regelmäßig die Schule zu besuchen. Bildung ist ein unverzichtbarer Baustein, um den Kindern zukünftig ein anderes, besseres Leben zu ermöglichen. Staatliche rumänische Lehrer haben kein Interesse an Roma-Kindern. Deshalb bleibt deren Schulerfolg in der Regel aus. Die Eltern sind häufig Analphabeten und können ihren Kindern bildungsmäßig keine Hilfestellung geben. Deshalb ist die Arbeit von FFR unverzichtbar und ein Segen für mehr als 120 Kinder, die in ihren Einrichtungen gefördert werden.
Die Rumänienhilfe Mössingen unterstützt diese wertvolle Arbeit mit Kinderkleidern und Spenden.