Rundbriefe

Ostern 2022

Liebe Paten, Spender und Freunde der Rumänienhilfe,

„Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“ (Joh. 14,27)
Es hat ihn viel gekostet, diesen Frieden zwischen Gott und uns zu vermitteln. Für Jesus war es ein unbeschreiblicher Leidensweg. Wenn nun in der Ukraine Frieden werden soll, dann wird dies nur durch schmutzige Deals möglich sein, sagen Experten voraus. Der Friede aber, den Jesus vermittelt hat, basiert nicht auf schmutzigen Deals. Er basiert auf der Hingabe seines Lebens. Er gründet auf dem Fundament unendlicher Liebe. Er besteht in der Tatsache, dass Jesus den Willen des Vaters bis zur letzten Konsequenz erfüllt und seine Mission zu einem nie für möglich gehaltenen Ende gebracht hat.

Das Bild von Jesus, der sein Kreuz trägt, hat ein Schüler aus Brodina gemalt als Dankeschön für die vielfältige Unterstützung, welche die Rumänienhilfe seit vielen Jahren armen Familien im Ort bringt. Brodina liegt nur etwa drei Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Dort spürt man das Erdbeben, das der Krieg in der Ukraine ausgelöst hat, sehr deutlich. Immer wieder kommen Flüchtlinge über die grüne Grenze durch unwegsames Gelände in den Ort und suchen dort Frieden. Sie kommen und kamen zu Tausenden auch über den nahegelegenen Grenzübergang. Sie finden Aufnahme und Hilfsbereitschaft. Sie treffen in Rumänien auf Menschen, die bereit sind, ihre Türen für die Geflüchteten zu öffnen.

Pace, Frieden, so grüßen sich derzeit die Christen in Rumänien und machen damit deutlich, dass es einen Frieden gibt, der jenseits der menschlichen (Un-)Vernunft liegt. Einen Frieden, den nur Gott allein schenken kann. Hoffen und beten wir in dieser österlichen Zeit, dass uns innerer Frieden mit Gott, aber auch äußerer Frieden in Europa und der ganzen Welt geschenkt wird. Frieden, Schalom, Pace, Peace – Ihnen allen.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen nachträglich frohe und gesegnete Ostern.

Ich schreibe Ihnen diesen Rundbrief noch ganz erfüllt von den Erfahrungen, die meine Frau und ich von einer Informations- und Besuchsreise nach Rumänien mitgebracht haben. Die 4.000 km lange Reise hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Wir können ganz aktuell aus einem aufgewühlten Land berichten. „Wir haben keine Angst, wir stehen ja unter dem Schutz der Nato,“ sagt man uns selbst in deutlicher Nähe zur ukrainischen Grenze. Der Sohn eines unserer Spediteure fährt auf eigene Rechnung fast täglich einen Hilfstransport mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Gütern in die Ukraine. „Wenn ich daran denke, bekomme ich eine Gänsehaut,“ meint einer unserer Freunde. So viel Hilfsbereitschaft hätten sich die Rumänen selbst nicht zugetraut, sind sie doch oft genug mit der Sorge für ihr eigenes Leben beschäftigt.
Ein anderer Mitarbeiter, Matthias Ruopp, organisiert regelmäßig Konvois mit medizinischen Hilfsmitteln in die Ukraine. Er hat dort Kontakt zu Ärzten und einem Kinderhospiz, wo sehr spezielle Medikamente sowie Verbandsmaterial benötigt werden.
Pastor Otto Kisch in Sâcele hat ein unfassbar großes Herz besonders für Menschen mit Behinderungen. Er hat in seinem Haus zwei Flüchtlingsfamilien aufgenommen. Zur einen Familie gehört ein Familienvater mit zwei amputierten Beinen, der im Rollstuhl sitzt. Die andere Familie hat ein behindertes Kind, ebenfalls im Rollstuhl. Mehrere Familienmitglieder benötigten nach einer dramatischen Flucht medizinische Hilfe im Krankenhaus. Der rumänische Staat hat zwar die Behandlung bezahlt, aber nicht die anschließend notwendigen Medikamente. Diese Last und auch die Versorgung der beiden Familien liegt bei Pastor Otto Kisch.

Ich bin im Namen von Pastor Kisch unendlich dankbar, dass der Musikverein Mössingen bei einem Benefizkonzert an Palmsonntag die eingegangen Spenden für diese Aufgabe bestimmt hat. Von ganzem Herzen Dank dafür!

Von Herzen Dank auch den vielen anderen Spendern, die in dieser Flüchtlingskrise ein großes Herz bewiesen haben und uns zahlreiche Spenden zukommen ließen. Wir konnten Sie inzwischen fast vollständig an unsere rumänischen Partner weitergeben. Möge Gott Sie dafür reichlich segnen. Auch im Namen aller unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Rumänien sprechen wir unseren tiefen Dank dafür aus. Sie schließen Sie regelmäßig in ihre Gebete und Fürbitten mit ein.

 

Agapezentrum Budila

Der Baufortschritt beim Agapezentrum in Budila, Nähe Braşov, ist deutlich sichtbar. Das Gebäude hat teilweise schon seinen Anstrich erhalten. Die neuen Fenster kamen in der Woche vor Ostern mit einem Spenden-Transport an und können nun zügig eingebaut werden. Steffi Vogel und ihre Mitarbeiterinnen von Firm Foundation Romania (FFR) hoffen, dass bereits im Juli die Einweihung stattfinden kann. So wird es möglich sein, den Neubau zu Beginn des Schuljahres im September in Betrieb zu nehmen. Die Betriebskosten sind nicht unerheblich, so dass wir für diese Arbeit weiterhin auf Ihre Spenden angewiesen sind.
Das Agapezentrum soll einmal bis zu 220 Schülerinnen und Schüler aus Budila aufnehmen, die hier Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe erhalten, aber auch Werte vermittelt bekommen, die ihnen helfen sollen, aus dem Teufelskreis der Armut zu entkommen. Wir halten dieses Projekt für vorbildlich und nachhaltig. Darum unterstützen wir unsere Partner hier nach Kräften.
„Viele Roma-Eltern stehen hinter uns und wir sind gewiss, dass sie ihre Kinder zu uns schicken werden,“ sagt Steffi Vogel voller Zuversicht.
Sarah Vienna, die 1. Vorsitzende von FFR, und Steffi Vogel werden im September bei einer Konzert- und Informationstournee in Deutschland von ihrer Arbeit berichten und weitere Spenden sammeln.
Am Samstag, 17. September, ab 19 Uhr werden sie in der Peter- und Pauls-Kirche in Mössingen zu hören und zu sehen sein.
Bitte notieren Sie sich heute schon diesen Termin. Wir laden herzlich dazu ein. (Mehr Informationen unter http://firmfoundationsromania.com/de)

Unbeschreibliche Wohnverhältnisse

Ort: Marascheschti, ein Roma-Dorf mit etwa 3.500 Einwohnern bei Adjud. Eine achtköpfige Familie haust in einer Lehmhütte, die fast auseinanderbricht und nur aus einem einzigen Raum mit etwa 12 m² besteht. Das Haus hat keinen Wasseranschluss, keine Toilette, keine Küche. Strom wird bei einem Anschluss in der Nachbarschaft abgezapft. Der Stromanschluss allein würde 2.000 Euro kosten.

Bei unserem Besuch konnten wir uns noch einmal einen aktuellen Eindruck von diesem „Gebäude“ verschaffen. Es ist mit Abstand die schlechteste Wohnsituation, die wir in Marascheschti angetroffen haben. Pfarrer Titi Moisa und sein Mitarbeiter Marian Burlacu befürworten einhellig, dass hieran etwas geändert wird. Der Ausschuss der Rumänienhilfe hat nun beschlossen, das Geld für den Neubau eines 2-Zimmer-Hauses zur Verfügung zu stellen. Die Familie hat sich im Gegenzug verpflichtet, beim Bau mitzuarbeiten, die Kinder regelmäßig zur Schule zu schicken und das Haus pfleglich zu behandeln. Wir sind sehr gespannt auf die Verwirklichung dieses Projekts, auf das wir schon seit einiger Zeit hingearbeitet haben. Dank Ihrer Spenden können wir hier nun helfen, eine menschenunwürdige Situation zu beenden.

 

Wo wir erfolgreich helfen konnten

Ein besonders bemerkenswertes Ergebnis unserer Informations- und Besuchsreise ist die wachsende Vernetzung unter unseren Partnerorganisationen vor Ort. Ein Beispiel soll das verdeutlichen.
Pastor Otto Kisch hat ein umfangreiches Lager mit Pflegehilfsmitteln für behinderte Menschen, aufgebaut, vieles davon kam von der Rumänienhilfe. An drei Besuchsorten baten nun unsere Mitarbeiter um Rollstühle. Dank der Vernetzung konnten wir den Kontakt zu Pastor Kisch herstellen. Schon zwei Tage später erhielt ein behinderter Junge, der noch nie sein Haus verlassen hatte, einen passenden Rollstuhl. In einem Roma-Dorf eine echte Sensation. Das Glück des Jungen ist auf seinem Gesicht deutlich abzulesen.

Nun wünsche ich Ihnen von Herzen eine gesegnete Osterzeit im Wissen darum, dass Jesus auferstanden ist und lebt. Es grüßt Sie sehr herzlich auch im Namen von Vorstand und Ausschuss

Ihr Siegfried Schanz

P.S.: Wir möchten gerne unseren Adress-Bestand aktuell halten. Bitte teilen Sie uns Namens- und Adressänderungen mit. Bitte auch bei Überweisungen die Adresse nicht vergessen. Sie helfen uns zusätzlich, Portokosten einzusparen, wenn Sie uns Ihre Mailadresse zukommen lassen. Vielen Dank!