Rundbriefe

Rundbrief April 2020

Liebe Paten, Spender und Freunde der Rumänienhilfe,

„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ (Röm.12,12) An unsere elementaren Aufgaben als Christen erinnert Paulus die Gemeinde in Rom und uns heute: fröhliche Hoffnung bewahren, schwierige Zeiten mit Standhaftigkeit und Geduld ertragen, und vor allem, beharrlich zu beten.

Aus dem gleichen Grund habe ich dieses Bild für Sie ausgewählt: Das Kreuz Jesu strahlt hell in dunkelster Nacht. Wir gehen auf Karfreitag zu. Die Welt um uns her scheint durch ein kleines Virus im Dunkel zu versinken, aber wir verlieren dennoch die Hoffnung nicht. Denn das Dunkel dieser Welt ist nicht Gottes letztes Wort. Die Auferstehung Jesu macht das Kreuz zu einem Hoffnungszeichen: Der Tod ist überwunden. Das Leben siegt. Jesus behält die Oberhand, trotz Corona-Virus, trotz viel Hoffnungslosigkeit.

Nein, Jesus überlässt uns nicht dem Dunkel der Todesnacht. Seine Auferstehung weckt in uns jeden Tag fröhliche Hoffnung, nicht nur für die Ewigkeit, sondern auch heute schon. Sein Sieg am Kreuz bewirkt, dass wir selbst in leidvollen Tagen geduldig auf Gottes Hilfe warten und nicht verzagen. Und wir dürfen das alles im Gebet beharrlich vor ihm ausbreiten.

Dieses eindrucksvolle Kreuz steht übrigens in Rumänien, in der Nähe eines Frauenklosters, in Piatra Fântanele, in den nördlichen Karpaten. Jede Nacht leuchtet es ins dunkle Land hinein, gibt so den Menschen Orientierung und Halt. Die Nonnen, die im Zeichen dieses Kreuzes leben und arbeiten, sind ebenfalls ein Hoffnungszeichen für ihr Land. Sie haben ein Internat für Kinder und Jugendliche eingerichtet, die ohne Eltern sind, oder von ihrem abgelegenen Wohnort keine Schule besuchen können.

Das Kreuz weist uns hin auf den Ostersieg von Jesus.
In seinem Namen wünsche ich Ihnen gesegnete und trotz allem frohe Ostern.

Die Situation bei unseren Partnern in Rumänien
Steffi Vogel ist Vizepräsidentin von „Firm Foundations Romania‘“ (FFR), einer Organisation, die sich um verlassene Kinder im Kinderkrankenhaus von Braşov kümmert, einen Kindergarten betreibt sowie Nachhilfe-Unterricht und Hausaufgabenbetreuung anbietet. Sie schreibt uns:

„Nun hat das Thema Hoffnung eine ganz andere Bedeutung bekommen! Rumänien ist komplett zu, das Leben scheint still zu stehen! Die Grenzen sind geschlossen, selbst die Flüge nach Deutschland wurden gestrichen. Unsere Projekte mussten alle beendet werden. Nur dreimal die Woche bringen wir noch Windeln ins Krankenhaus. „Unsere“ Babys bekommen unsere Liebe nicht mehr. „Unsere“ Kinder im Dorf müssen nun zuhause mit ihren Familien in ihren kleinen Häusern sitzen. Die Väter sind alle zuhause und das letzte, was ich hörte, ist, dass sich viele Männer den ganzen Tag betrinken.

Seit dem 11. März sind alle Schulen und Kindergärten im Land geschlossen. Und seit dem 24. März darf man nur noch aus dem Haus, wenn man ein Papier hat, das genau beschreibt, wo man hinmuss. Über 65-jährige dürfen das Haus nur noch von elf bis dreizehn Uhr verlassen. Die Regierung setzt nicht nur die Polizei, sondern auch die Armee auf der Straße ein, um diese Anordnungen zu kontrollieren. Es sind beängstigende Zeiten. Eine Zeit, die meine Generation so noch nie erlebt hat. Und keiner weiß wie es weitergehen wird.

Aber zurück zur Hoffnung… Ich gehe in meinen Garten und sehe, dass es dem Frühling, den Vögeln und der Natur komplett egal ist, ob es ein Virus gibt. Gott hat Seine Erde nicht aufgegeben. Neues entsteht, während wir mit der Angst im Nacken und den täglichen Neuigkeiten zuhause sitzen. Und das wird ER auch weiterhin tun. Ostern kommt bald, das Fest des Neubeginns. Ein Fest in dem Gott zeigt, dass ER stärker ist als Tod, Krankheit, Angst und Verzweiflung. ER ist unsere Hoffnung. Und nur auf IHN können wir uns verlassen.

Betet für unsere Kids, für uns als Team in Rumänien, für das Land. Es wird auch nach der Krise keine einfache Zeit für Rumänien kommen, im Gegenteil. Aber wir haben Gottes Versprechen, dass er uns NIE allein lässt. Und ich denke, FFR wird nach dieser Krise mehr gebraucht als je zuvor. Und so auch eure Spenden (finanziell oder Sachspenden). Wir sind euch für alles sehr dankbar!“

Das Licht, das wir durch die Rumänienhilfe zu den Menschen in diesem osteuropäischen Land bringen, leuchtet weiterhin hell. Unsere Hilfe geht weiter und muss weitergehen, um gerade den Ärmsten durch die Krise hindurchzuhelfen und erst recht nachher, wenn die wirtschaftliche Not im Land noch deutlicher zutage tritt als seither. Ihre Spenden machen es möglich: Wir bringen Lebensmittel, Holz, Kartoffeln und Medikamente zu den ärmsten der Notleidenden. Ich möchte Ihnen allen dafür aus tiefstem Herzen danken, dass Sie uns mit Spenden und Hilfsgütern weiterhin großzügig unterstützen. Möge Gott Sie dafür reichlich segnen. Gerne gebe ich auch den Dank unserer Partner an Sie weiter.

 

Besondere Hilfsprojekte
In Marascheschti, einem Roma-Dorf mit etwa 3.000 Einwohnern, lebt ein Ehepaar mit zwei Kindern. Ein etwa 11-jähriger Junge ist gehörlos und blind. Er hört nicht und sieht nicht. Diese Behinderung entsteht nach einer Rötelninfektion der Mutter während der Schwangerschaft und ist irreparabel. Der Junge liegt den ganzen Tag auf einer schmutzigen Matratze. Wie die Mutter mit ihm kommuniziert, wie er seine Bedürfnisse äußert, ist mir ein Rätsel. Der andere Junge, 9 Jahre alt, ist mit einem Loch in der Herzwand zur Welt gekommen. Eine Operation ist unerschwinglich teuer für die Familie. Ihre Behausung ist eine Lehmhütte mit gestampftem Boden. Als ich sie das erste Mal besuchte, war gerade eine Wand eingestürzt, die sie nur notdürftig mit einem Tuch wieder zugehängt hatten. Nach jedem Regenguss versank das Grundstück im Matsch.
Die Not dieser Familie hat uns im Ausschuss lange beschäftigt. Deshalb haben wir noch im Dezember beschlossen, Pfarrer Titi Moisa, unserem Partner vor Ort, Geld für den Bau eines kleinen Hauses zu geben, das die Lebensumstände dieser Familie nachhaltig verbessern wird. Pfarrer Moisa lässt das 1-Raum-Haus aus Ytongsteinen und mit einem Blechdach errichten, für eine vierköpfige Familie gerade groß genug. Die bestehende Lehmhütte wird dann zum Stall umfunktioniert.

Annahmestelle vorübergehend geschlossen
Wie viele andere auch, haben wir uns schweren Herzens entschlossen, unsere Annahmestelle vorläufig bis zum 19. April zu schließen. Den am 4. April geplanten Transport haben wir abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben. Auf unserer Internetseite halten wir Sie aber auf dem Laufenden, und informieren Sie, sobald wir die Annahmestelle wieder öffnen können.

Wir waren sehr froh, dass wir mit unserem letzten Transport am 15. Februar das ganze Haus leerräumen konnten. Alles fand Platz auf dem großen LKW: Kleider- und Schuhkartons, Rollatoren und Rollstühle, zwei Pflegebetten, Pflegehilfsmittel, Windeln für Erwachsene, zum Teil nagelneue Kleidung, die uns eine Firma aus Ofterdingen gespendet hatte und viele andere wertvolle Dinge. Alles ist gut in Rumänien angekommen und mit großer Freude in Empfang genommen worden.
Die Transporte müssen weitergehen und werden von uns wieder aufgenommen, sobald die Möglichkeit dazu wieder besteht.

Herzlicher Dank für Fahrräder
Mihai, 13 Jahre, bedankt sich stellvertretend für viele Kinder und Erwachsene, die von uns Fahrräder gespendet bekommen haben. Kinder aus Brodina, ein Ort an der Grenze zur Ukraine, haben zum Teil einen sehr weiten Schulweg. Die Fahrräder sind für sie eine unschätzbare Hilfe. Gerne nehmen wir gebrauchte Fahrräder an, sofern sie noch fahrtüchtig sind: Mit Licht, Luft in den Reifen und funktionierenden Bremsen.

Mit diesem fröhlichen, ermutigenden und Hoffnung weckenden Bild wünsche ich Ihnen von Herzen eine gesegnete Osterzeit. Es grüßt Sie sehr herzlich auch im Namen von Vorstand und Ausschuss

Ihr Siegfried Schanz

 

P.S.:
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