Rundbriefe

Sommer 2022

Liebe Paten, Spender und Freunde der Rumänienhilfe,

„Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn!“ (Phil.4,7)
Dieses Bild hat es mir sehr angetan. Es zeigt eine Frau, die als Flüchtling an der rumänischen Grenze ankam. Sie hat Schreckliches hinter sich. In Kiew haben Raketen ihr Haus und ihre Wohnung zerstört. Ihr Mann wurde zum Militärdienst eingezogen und sie weiß nicht, wo er ist und wie es ihm geht.

Sie hat alles zurückgelassen und ist mit ihren Kindern und dem Hund nach Rumänien geflüchtet, um sich in Sicherheit zu bringen. Bei Nacht in Kälte und Schnee stand sie an der Grenze, stundenlang, hat gewartet, bis sie registriert war und bis sich der Schlagbaum für sie geöffnet hat.

Gott sei Dank traf sie an der Grenze hilfsbereite Menschen wie unsere Mitarbeiterin Elena Torac aus Brodina. Sie hat ihr warmes Essen und Tee gemacht, kaputte Kleidung und Schuhe ersetzt. Zum Aufladen des Handys bekam sie eine Powerbank geschenkt, damit sie ihren Mann kontaktieren konnte. Und schließlich hat Elena sie mit einer Notunterkunft versorgt. Jetzt erst findet sie einen Augenblick Ruhe und nützt ihn zu einem Dankgebet: Danke für die Menschen in Deutschland, die mit ihren Spenden die erste Not gelindert haben. Danke für die menschenfreundlichen Helfer an der Grenze. Und danke für ein warmes Bett im Trockenen.

Es ist noch lange kein Frieden. In der Ukraine wird weiterhin gekämpft, gebombt, gestorben. Doch hier, für diesen Augenblick und hier in ihrem Herzen, spürt sie etwas vom Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft.

Im Namen dieser ukrainischen Flüchtlingsfrau danke ich allen Spenderinnen und Spendern von ganzem Herzen, die mitgeholfen haben, großes Leid fürs Erste zu beseitigen.
Bei meinem Besuch in Rumänien Anfang April habe ich auch gespürt, wie die Flüchtlingskrise die Menschen in Rumänien verändert hat. Bisher waren sie die Hilfeempfänger, die Bedürftigen und Beschenkten. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Die rumänische Bevölkerung hat mit einem bewundernswerten Kraftakt das schier Undenkbare möglich gemacht: die Bewältigung eines riesigen Flüchtlingsstroms, die Hilfe für mehr als 800.000 Geflüchtete.

Staat und Zivilgesellschaft haben für die Unterbringung, die Versorgung und den Weitertransport der Geflüchteten das Beste gegeben.

Unsere rumänischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben an neun verschiedenen Orten ihren Teil dazu beigetragen. Ihnen gebührt meine große Hochachtung und mein tiefer Respekt.

Das Bild der Beterin in der Notunterkunft macht mir Hoffnung und Mut. Für mich ist sie ein Beispiel, wie wir als Christen der Not in der Welt begegnen können. Es ist möglich, etwas zu verändern, indem wir dem Herrn dienen, gerade jetzt. Jammern und Nichtstun hilft niemand. Aber Jesus schenkt Zukunft und baut Hoffnung. Ihm will ich vertrauen.

Konzert- und Informationsabend am 17. September

Ich freue mich sehr, Ihnen einen Konzertabend mit Sarah Vienna und Stefanie Vogel aus Braşov ankündigen zu dürfen. Er findet am Samstag, 17. September, ab 19 Uhr in der Peter-und Paulskirche in Mössingen statt. Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.
Sarah Vienna und Stefanie Vogel haben die Arbeit von „Firm Foundations Romania“ in Braşov, Rumänien, gegründet und leiten sie bis heute. Mit ihrer Organisation und einem internationalen Team von Mitarbeitenden helfen sie verlassenen und benachteiligten Kindern im Kinderkrankenhaus der 300.000 Einwohner Stadt. Sie veranstalten Kinder- und Jugendgruppen und haben eine Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche eingerichtet. Ihre Arbeit finanzieren sie ausschließlich mit Spenden.

Sarah Vienna kommt ursprünglich aus Kalifornien. Sie hätte auch eine Karriere als Musikerin starten können. Aber durch besondere Umstände hat sie in Braşov ihre zweite Heimat gefunden. In berührender und motivierter Weise erzählt sie mit ihren Liedern und Geschichten von ihren Erfahrungen mit Gott, sowie von besonderen Begegnungen und Herausforderungen in ihrer Arbeit.

Stefanie Vogel stammt aus Dornstetten bei Freudenstadt und ist Erzieherin von Beruf. Die Not rumänischer Kinder führte sie nach Braşov. Während des Konzerts übersetzt sie die Texte von Sarah Vienna und berichtet zwischen den Liedern mit Bildern und kurzen Video-Filmen von ihrer eindrucksvollen Arbeit.

Wir laden herzlich ein. Bitte notieren Sie sich den Termin fest im Kalender und bringen Sie auch Ihre Bekannten mit.

Desolate Wohnsituation nachhaltig verbessert

Pfarrer Constantin Moisa aus Adjud hat uns im April besucht und weilte für einen Tag in Mössingen, wo er an einer Sitzung des Vereinsvorstands der Rumänienhilfe teilnahm. Er gab einen Bericht über seine eindrucksvolle Arbeit im Roma-Dorf Marascheschti. Bei dieser Gelegenheit konnten wir ihm einen Betrag für den Bau eines kleinen Hauses überreichen. Eine achtköpfige Familie lebt in einer Lehmhütte auf 12 qm, kein Wasser, kein Abwasser, Elektrizität nur stundenweise. Die Hütte hat nur ein Fenster, das diesen Namen nicht verdient, und eine windschiefe Tür, die ebenfalls diesen Namen nicht verdient. Eine menschenunwürdige, erbarmungswürdige Situation.

Pfarrer Moisa hat nun das Baumaterial besorgt und Mitarbeiter gewonnen, die ihn und die Familie beim Bau unterstützen. Das Fundament ist bereits gegossen, die Mauern werden gerade hochgezogen. In zwei oder drei Wochen kann die Familie hier einziehen. Welch ein Segen! Wir danken herzlich für alle Spenden, die uns für dieses Bauvorhaben anvertraut wurden.

Kleine und große Wunder

Wir erleben trotz großer Not immer wieder auch schöne Fortschritte bei der Hilfe für bedürftige Menschen und Familien. In Nocrich, nördlich von Sibiu, haben Matthias Ruopp und seine Helfer zum Beispiel für zwei Familien, die vorher das Wasser flaschenweise bei den Nachbarn holen mussten, einen Wasseranschluss hergestellt. Ein großer Segen für beide Familien.

Jacob und Cristina Contiu aus Talmaciu berichten von einer Jugendkonferenz, an der hundert Jugendliche teilgenommen haben. Zwanzig von ihnen bekannten am Ende der Konferenz ihren Glauben an Gott. Wir beten für diese Jugendlichen um Bewahrung und Fortschritte im Glauben.

Öffnungszeiten in unserer Annahmestelle

Die Annahmestelle in Öschingen ist derzeit wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet:
Jeden Freitag von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr
und
jeden Samstag von 10 Uhr bis 12 Uhr.
Bitte beachten Sie, dass wir am 9. Juli einen LKW laden und deshalb keine Hilfsgüter annehmen können. In den Sommerferien haben wir vom 31. Juli bis 21. August geschlossen.
Die aktuellen Öffnungs- und Schließzeiten können Sie stets auf unserer Internetseite nachlesen.
Nun wünsche ich Ihnen von Herzen eine frohe und gesegnete Urlaubszeit. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.

Es grüßt Sie sehr herzlich im Namen von Vorstand und Ausschuss

Ihr Siegfried Schanz

P.S.:
Wir möchten gerne unseren Adress-Bestand aktuell halten. Bitte teilen Sie uns Änderungen mit.

Sie helfen uns auch, Portokosten einzusparen, wenn Sie uns Ihre Mailadresse zukommen lassen. Vielen Dank!

Bitte vergessen Sie bei Überweisungen nícht, Ihre Adresse anzugeben, damit wir uns bei Ihnen bedanken und Ihnen eine Spendenbescheinigung zusenden können.