Rundbriefe

Rundbrief April 2021

Liebe Paten, Spender und Freunde der Rumänienhilfe,

Auferstehungsfenster – Dornstetten, Martinskirche

„Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer.“ (Joh. 21, Vers 4) Welche Nächte haben die Jünger bis zu diesem Augenblick hinter sich. Die Nacht des Verrats, die Nacht der Verzweiflung, die Nacht des bitteren Todes. Nächte, die wir auch kennen: die Nacht nach der unklaren oder auch schockierenden Diagnose, die Nacht des Lockdowns, die Nacht der Krankheit und des Verlustes, die Nacht des Bangens um die wirtschaftliche Existenz.

Doch dann wird es Morgen. Die Sonne wirft ihre Strahlen über den See Genezareth. Und dann steht Jesus da, der lebendige Herr, der Herr über Leben und Tod. Der Verstand versagt, die Erklärungen bleiben sprachlos. Aber Jesus steht da. Er liegt nicht tot im Grab. Wie ein strahlender Held macht er neues Leben möglich, wo zuvor alles aus und vorbei erschien.

Das obige Bild aus der Dornstetter Martinskirche leuchtet genau am Ostermorgen in seinen schönsten Farben. Es zeigt den auferstandenen Christus als Sieger über die Todesmächte dieser Welt. In der einen Hand trägt er die Siegesfahne, in der anderen sind die Nägelmale sichtbar. Die Jünger rechts und links sind in Anbetung versunken und schauen auf zu ihrem Helden. So dürfen auch wir aufschauen zu dem, der alles in seiner Hand hat: unser Leben und Sterben, unsere Gegenwart und Zukunft, unser Arbeiten und Ruhen.

Dieses Bild des lebendigen Christus dürfen wir allezeit im Herzen tragen, besonders jetzt in dieser Osterzeit. Der Auferstandene schenkt uns Trost und Zuversicht, gibt Vertrauen und Kraft. Im Aufsehen auf ihn wünsche ich Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest.

Es erstaunt mich immer wieder aufs Neue, wie der lebendige Herr die Arbeit der Rumänienhilfe segnet. Mitarbeiter, zum Teil schwer an Covid erkrankt, genesen und packen wieder an, fast mehr als zuvor. Unsere Paten, unsere Spender und alle, die zu unserem Freundeskreis gehören, unterstützen uns in dieser schwierigen Zeit mit Hilfsgütern und Geld, dass es mich mit tief empfunden Dank erfüllt und mir eins ums andere Mal warm ums Herz wird. Wir erleben Wunder und Gebetserhörungen.

Ich möchte Ihnen allen deshalb von ganzem Herzen danken, dass Sie uns besonders in der Weihnachtszeit mit Spenden und Hilfsgütern so großzügig unterstützt haben. Möge Gott Sie dafür reichlich segnen. Auch unsere Partner in Rumänien bitten uns, Ihnen ihren Dank zu übermitteln. Sie schließen Sie regelmäßig in ihre Gebete und Fürbitten mit ein.


Noch immer ein Thema: Corona

Seit über einem Jahr sind wir allein auf digitale Kontakte zu unseren Partnern in Rumänien angewiesen. Das funktioniert dennoch erstaunlich gut. Der Kontakt ist dadurch nicht schwächer geworden, eher im Gegenteil. Aber die persönlichen Besuche und Gespräche vermissen wir doch sehr, denn es gibt wichtige Veränderungen, die begleitet und besprochen werden sollten. Gott sei Dank können die Transporte ohne Einschränkungen weitergehen.

Neue Situation in Câlnic

Josif und Angelica Munthiu, rechts: Ulrike Schanz

Câlnic ist ein 2.000-Seelen- Dorf in der Nähe von Mühlbach, die erste Station auf unserem Weg bei Transporten oder Besuchen. Das Ortsbild prägt eine herrliche, 900 Jahre alte Kirchenburg. Kurz vor Weihnachten berichtet unser Partner Josif Munthiu , dass die Patenschaftshilfe jetzt aufhören kann. Die Familien, die wir bisher viele Jahre lang unterstützt haben, können auf eigenen Füßen stehen. Familienangehörige verdienen in Europa als Erntehelfer und Saisonkräfte ihr Geld. Die zuhause Gebliebenen halten sich mit Landwirtschaft und Viehzucht über Wasser oder sind in Taglohnjobs, die frei geworden sind, weil andere Leute ebenfalls in Westeuropa Arbeit gefunden haben. Ich habe mich sehr über diese Nachricht gefreut. Sie zeigt mir, dass unsere Hilfe gefruchtet hat. Sie war lange Zeit notwendig im wahrsten Sinn des Wortes, aber jetzt kann diese Hilfe in anderen Orten weitergehen, wo wir Menschen unterstützen, die bisher noch keine Hilfe erhalten haben. „Wir bleiben trotzdem Freunde“, meinte Josif, „und ihr besucht uns, wenn ihr nach Rumänien kommt.“ Das habe ich ihm gerne versprochen. Und in gewissem Umfang finden auch Hilfsgüter weiterhin ihren Weg nach Calnic.

Neue Situation in Talmaciu

Ana und Josef Patan mit ihren Töchtern Elena (links) und Cristina

Talmaciu ist ein 3.000-Seelen-Ort in der Nähe von Hermannstadt, die zweite Station auf unserem Weg nach Rumänien, und der Ort, in dem einst die Arbeit der Rumänienhilfe ihren Anfang genommen hat. Das Ehepaar Ana und Johan Patan haben dreißig Jahre lang die Arbeit vor Ort betreut. Jetzt sind sie alt und krank und haben darum gebeten, sie von ihren Aufgaben zu entbinden. So haben wir nach neuen Wegen gesucht und sind im Nachbarort Cisnadie fündig geworden. Dort leben Matthias Ruopp und seine Frau Rosina. Sie sind beide seit vielen Jahren im Pflegedienst tätig, den Matthias Ruopp im Auftrag der „Philadelphia-Gemeinschaft“ leitet. Diese Gemeinschaft ist ähnlich organisiert und strukturiert wie bei uns die „Altpietistische Gemeinschaft“. Sie unterhält Bibelstunden und diakonische Einrichtungen. Ein Mitarbeiter dieser Gemeinschaft wird in Zukunft unsere Patenfamilien in Talmaciu betreuen. Matthias Ruopp ist dankbar für Pflegehilfsmittel und medizinischen Bedarf, den wir ihm mit unseren Transporten gerne schicken.

Neue Situation in Braşov

Bauprojekt in Budila

Steffi Vogel und ihr Team von Firm Foundations Romania (FFR) stehen vor großen Herausforderungen. Der Bürgermeister von Budila benötigt ihre seither genutzten Räume für eigene Zwecke. So sieht sich das Team gezwungen, ein neues Haus zu bauen. Im vergangenen Frühjahr konnten sie ein Grundstück erwerben, das am Ortsrand von Budila liegt und für die Kinder und Jugendlichen, die sie betreuen, ideal erreichbar ist. Dort hat jetzt Mitte März der Bagger mit dem Abriss eines alten Gebäudes begonnen. Bis August, so hoffen sie, wird auf dem Gelände ein neues Haus in Container-Bauweise entstehen. Die Hälfte der geplanten Kosten ist vorhanden. Für die zweite Hälfte werden noch viele Spender gesucht. Unser Verein hat das Bauprojekt bereits mit einer großzügigen Gabe unterstützt, weil wir davon überzeugt sind, dass dies ein nachhaltiges und zukunftsträchtiges Projekt ist. In sechs Klassenzimmern werden 140 Kinder und Jugendliche Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung erhalten. Auch eine Kindergruppe mit Spiel- und Betreuungsangeboten findet Platz. Der Bildungsnotstand besonders für Kinder aus Roma-Familien ist eklatant. Dem soll hier entgegengewirkt werden. Schöne Erfolge in der Vergangenheit bestätigen den Sinn dieser Maßnahme. Wir bitten unseren Spender- und Freundeskreis, diese wertvolle Arbeit mit Ihrem Gebet zu begleiten.

Öffnungszeiten in der Annahmestelle
Die Annahmestelle ist vom 29. März bis 11. April und während den Pfingstferien vom 23. Mai bis 6. Juni geschlossen. Bitte beachten Sie, dass wir, wenn ein Transport geladen wird, keine Hilfsgüter annehmen können.

Nun wünsche ich Ihnen von Herzen eine frohe und gesegnete Osterzeit. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich. Es grüßt Sie sehr herzlich im Namen von Vorstand und Ausschuss

Ihr Siegfried Schanz

P.S.:
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