Rundbriefe

Advent 2022

Liebe Paten, Spender und Freunde der Rumänienhilfe,

Engel-Leuchter im Nidaros-Dom, Trondheim

„Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“ (Lukas 2,13-14)
Friede auf Erden, die Sehnsucht danach ist groß. Ein Ende des Krieges in der Ukraine, ein Ende der vielen Krisen, die Staat, Gesellschaft und Wirtschaft in den Würgegriff nehmen. Ein Friede, der mehr ist als ein Waffenstillstand. So stelle ich mir Frieden auf Erden vor: Menschen, die miteinander reden, zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und helfen, einander nicht allein lassen. Ein Wunschtraum? Eine Vision?

Die Erfahrung zeigt, dass Frieden kein Selbstläufer ist. Er kommt nicht von allein. Frieden muss „gefertigt“ werden. Jesus preist in der Bergpredigt deshalb nicht den Frieden, sondern die „Friedensstifter“ selig.

Zum Glück sind wir damit nicht alleingelassen. Denn an Weihnachten kommt der große Friedensstifter zur Welt. Jesus wird hineingeboren in eine unfriedliche Welt, um Frieden zu machen, Frieden mit den Fernen und mit den Nahen. Er bringt den Frieden, der innen in uns beginnt und dann nach außen wächst, wie Manfred Siebald singt. Das Kind in der Krippe berührt unser Herz, damit es anfangen kann zu heilen. Damit der Riss, der uns von Gott trennt, überwunden wird. Menschen, die mit Gott Frieden haben und mit sich selbst im Reinen sind, stellen einen unschätzbaren Wert für die ganze Welt dar. Ihnen gilt Gottes Wohlgefallen. Durch sie kann Frieden wachsen – von innen nach außen. Hoffentlich strahlt auch unser Leben etwas davon aus in der Advents- und Weihnachtszeit, aber auch weit darüber hinaus im neuen Jahr.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete, frohe und friedliche Advents- und Weihnachtszeit.

Die Rumänienhilfe hat ein bewegtes, schwieriges und zugleich sehr erfülltes Jahr hinter sich. Die Flüchtlingskrise in der Ukraine hat uns lange intensiv beschäftigt. In allen Partnerorten haben die dort für uns tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unglaubliches vollbracht. Neben der kräftezehrenden Arbeit in der Fürsorge für arme Familien haben sie sich zusätzlich um Geflüchtete gekümmert. Wir konnten sie Dank Ihrer Spenden darin tatkräftig unterstützen. Und sie haben uns immer wieder versichert, welch ein Segen diese Hilfe für die Menschen war.

Ein kleines Beispiel mag das verdeutlichen. Eine geflüchtete alleinerziehende Mutter mit vier Kindern aus sehr ärmlichen Verhältnissen wird von einem unserer Partner im eigenen Haus aufgenommen. Man rückt einfach zusammen. Die Kinder brauchen Schulbücher und Schulsachen. Wird besorgt. Sie brauchen Kleider und Schuhe. Wird besorgt. Sie brauchen Lebensmittel und Hygieneartikel. Wird besorgt.

Doch das Gebiss der Frau besteht zur Hälfte aus Zahnruinen. Eine Sanierung wird richtig teuer und dafür gibt es von nirgendwoher Geld. Ein gläubiger Zahnarzt erklärt sich bereit, auf sein Honorar zu verzichten. Aber allein die Materialkosten schätzt er auf 2.000 Euro. Unser Mitarbeiter bittet die Rumänienhilfe um einen Zuschuss. Der wird aus Spenden für die Flüchtlingshilfe auch gerne gewährt.
Nach dem Abschluss der Zahnsanierung erhalte ich ein Foto zugeschickt. Darauf strahlt die Frau über das ganze Gesicht. Endlich kann sie wieder normal essen. Vielen, vielen Dank! So ein Segen!

Agapezentrum in Budila fast fertig gestellt

Nach eineinhalbjähriger Bauzeit konnte das neue Bildungszentrum in Budila in Betrieb gehen. Die Bauarbeiten haben ein Vierteljahr länger gedauert als ursprünglich angenommen. Aber jetzt ist das Haus fertig. Die Abrechnung ist zwar noch nicht erstellt, aber wir hoffen, dass der Kostenrahmen einigermaßen eingehalten werden konnte trotz der nicht geringen Inflation, die sich auch auf die Baukosten ausgewirkt hat.

Einige Arbeiten im Außenbereich stehen auch noch aus. Aber die Hausaufgabenbetreuung, die Nachhilfe und die Kindergruppen sind installiert und der Spielplatz steht. Das Team von „Firm foundations Romania“ (FFR) hat in dieser Zeit Großes geleistet. Jeder, der schon einmal ein Haus gebaut hat, weiß, mit welcher Anstrengung das verbunden ist. Doch das Haus und die Arbeit, die darin geschieht, stellen einen großen Meilenstein auf dem Weg in eine bessere Zukunft dar. Wir wünschen den Mitarbeitenden aber auch den betreuten Kindern Frieden und Gottes Segen und wir versprechen, diese Arbeit weiter zu unterstützen.

Ein berührendes Konzert

Am 19. September fand in der großen Peter- und Paulskirche in Mössingen ein beeindruckendes Konzert mit Sarah Vienna und Steffi Vogel statt. Rund 140 Besucherinnen und Besucher konnte ich begrüßen. Sarah setzte mit ihrer großartigen Stimme und ihren Eigenkompositionen die Glanzpunkte. Steffi Vogel assistierte ihr mit der Übersetzung von Gesangs- und Wortbeiträgen. Ergänzt wurden die Lieder mit berührenden Videos und Präsentationen über die Arbeit von FFR. Die Bilder von der Arbeit mit verlassenen Kindern im Kinderkrankenhaus von Braşov, aber auch die zukunftsweisende Arbeit in Budila haben die Gäste nachhaltig beeindruckt.

Wir sind noch auf der Suche nach neuen Konzertorten für das nächste Jahr. In der zweiten Märzhälfte ist eine weitere Tournee geplant. Wenn Sie ein solches Konzert in Ihrer Gemeinde wünschen, kommen Sie bitte mit Ihren Fragen auf uns zu. Vielen Dank!

Sommercamps konnten wieder stattfinden

Nach Corona bedingten Zwangspausen konnten in diesem Jahr die Sommercamps an drei Orten wieder veranstaltet werden. Besonders in Talmaciu gab es einige Schwierigkeiten zu überwinden. Im vergangenen Jahr hatte ein Kaminschwelbrand einigen Schaden in der Küche und am Gemeinschaftsgebäude angerichtet. Das musste repariert werden. Zu allem Unglück gab es dann noch Bärenalarm. Zehn Braunbären trieben sich in der Gegend um das Sommercamp herum. Deshalb errichteten die Mitarbeiter einen Elektrozaun um das ganze Gelände. Zum Glück gab es keine Begegnungen zwischen Bären und Freizeitteilnehmern. Iacob und Cristina Contiu berichten, dass zwanzig junge Menschen neu zum Glauben gekommen sind.

Umweltprojekt im Rahmen des Sommercamps 2022 in Marascheschti

Die Schülerinnen und Schüler beim Sommercamp in Marascheschti erlebten zum ersten Mal ein Umweltprojekt. Es war mir schon lange ein Anliegen, den Ort und seine Umgebung von Müll zu befreien. Deshalb lobte ich einen Preis aus für die fleißigsten Sammlerinnen und Sammler. Mit Mülltüten versorgt und unter Anleitung ihres Sozialarbeiters Marian und Pfr. Titi Moisa, gab es die erste „Markungsputzede“ im Roma-Dorf. Sie war ein voller Erfolg und wird sicher wiederholt. Den Schülern hat es Spaß gemacht und die Verpflegung hinterher hat allen gut geschmeckt.

Öffnungszeiten in unserer Annahmestelle

Die Annahmestelle in Öschingen ist bis Weihnachten wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet:
Jeden Freitag von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr und jeden Samstag von 10 Uhr bis 12 Uhr.
In den Weihnachtsferien haben wir vom 17. Dezember bis zum 12. Januar geschlossen. Danach ist wieder wie gewohnt geöffnet.
Die aktuellen Öffnungs- und Schließzeiten können Sie stets auf unserer Internetseite nachlesen. Sie finden uns unter www.rumaenienhilfe-moessingen.de.

Nun wünsche ich Ihnen von Herzen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, sowie ein gesundes und gesegnetes neues Jahr.

Es grüßt Sie sehr herzlich auch im Namen von Vorstand und Ausschuss

Ihr Siegfried Schanz

P.S.:
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