Rundbriefe

Rundbrief Juli 2020

Liebe Paten, Spender und Freunde der Rumänienhilfe,

„Mein Herz hält dir vor dein Wort: Ihr sollt mein Antlitz suchen. Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz.“ (Psalm 27 Vers 8) Was hat eine Rose aus unserem Garten mit diesem Psalmwort zu tun? Ich denke so: Das Bild dieser Rose zieht unweigerlich unsere Aufmerksamkeit auf sich. Eine solche Schönheit bleibt nicht ohne Beachtung. Wir nehmen Sie bewusst wahr. Wir freuen uns an ihrem Anblick und erinnern uns sofort auch an das Symbol, das sie darstellt. Diese wundervolle Rose ist für viele ein Sinnbild für die Liebe.

Gilt das alles nicht auch für unseren herrlichen, heiligen Gott? Ich erinnere mich, dass einer unserer theologischen Lehrer seine Vorlesung zur Gotteslehre mit den Worten begann: „Gott ist schön!“ Das war für mich ein neuer, faszinierender Gedanke. Gott ist schön. Sein Antlitz strahlt in unvergleichlicher Schönheit auf. Wer sich ihm zuwendet und wen er anschaut, der blüht auf in Liebe. Wer auf Gott achtet, der findet den richtigen Weg. Wer an ihn denkt, und sei er noch so ferne von ihm, dessen Gesicht strahlt vor Dankbarkeit. Gott ist schön. Er ist schön – und gut. Er leitet mich auf dem richtigen Weg.

Nach allem, was wir gerade mit der Corona-Pandemie hinter uns haben, sind diese Einsichten ein wahrer Schatz, ein unermesslicher Reichtum, ein unvergleichliches Gut.

Wir dürfen demütig sein vor diesem Gott. Ihm gebührt unser Dank für alle Bewahrung in der zurückliegenden Zeit. Er hat auch das Schifflein der Rumänienhilfe mit großer Umsicht und Fürsorge durch diese Tage geleitet.

In seinem Namen wünsche ich Ihnen eine frohe und erholsame Nach-Corona-Zeit – vielleicht am besten daheim, möglicherweise im Garten, wo eine wundervolle Rose auch für Sie blüht.

Die Situation bei unseren Partnern in Rumänien
Wir dürfen froh und dankbar berichten, dass niemand von unseren rumänischen Partnern ernsthaft krank geworden ist. Zwar mussten auch sie schwere und ungewohnte Einschränkungen hinnehmen, aber die Arbeit konnte trotzdem weitergehen.

Wir konnten zum Beispiel dank großzügiger Spenden aus unserem Freundeskreis zusätzliche Hilfe zum Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten schicken. Die Dankbarkeit dafür war überwältigend. Denn lange Zeit konnten die Menschen zunächst weder ihr Haus, und dann zumindest ihr Dorf oder ihre Stadt nicht verlassen.

Für Menschen, die als Tagelöhner ihr Dasein fristen, ist das eine schier lebensbedrohliche Situation. Denn es gab keine Möglichkeit zu arbeiten und Geld zu verdienen.

Wer aber sowieso täglich am Existenzminimum lebt, hat keine Reserven für einen längeren Zeitraum ohne Einkommen. Wovon leben dann die Familien mit ihren sechs, acht, zehn Kindern? Kurzarbeitergeld, Arbeitslosenhilfe und Krankenversicherung gibt es natürlich in Rumänien für Tagelöhner sowieso nicht. Hier konnten unsere Spendengelder zumindest der allergrößten Not abhelfen.

Steffi Vogel aus Braşov berichtet, dass sie und ihr Team seit Monaten auch das Kinderkrankenhaus nicht betreten durften. Die verlassenen Kinder blieben in dieser Zeit im Wesentlichen sich selbst überlassen. So verständlich die Schutzmaßnahmen einerseits sind, so unfassbar schwer sind aber auch die Folgen für die schutz- und hilfebedürftigen Kinder.

Auch die Schulen waren während der ganzen Zeit wie bei uns geschlossen. Homeschooling wurde zwar angeboten, aber wenn eine Familie keinen Laptop besitzt und auch kein Geld hat, um sich einen zu kaufen, wie sollen die Schüler dann zu Hause den Anschluss ans Lernen behalten? Die Auswirkungen werden noch lange andauern.

Umso wichtiger wird sein, dass wir Programme in Braşov und Marascheschti fördern, die den sowieso schon benachteiligten und sozial ausgegrenzten Schülern durch Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung helfen, wieder Anschluss an den Schulalltag zu finden.

Die Hilfe geht weiter
Aus all diesen und vielen anderen Gründen sind wir als Rumänienhilfe weiterhin stark gefragt. Die Dankbarkeit für alle unsere Spenden und Hilfsgüter ist unfassbar groß. Leider musste aber der für Anfang April geplante Transport ausfallen. Die Pandemie-Situation an den Grenzen war völlig unübersichtlich. Zeitweise haben die Staaten ihre Grenzen ganz geschlossen und erst auf Intervention der EU kam zumindest der Warenverkehr wieder in Gang. Dadurch konnte zumindest die Versorgung mit Waren und Gütern für die Bevölkerung in Rumänien sichergestellt werden, Gott sei Dank. Ich mag mir gar nicht ausdenken, was geschehen wäre, wenn nicht nur der Reiseverkehr, sondern auch der Güterverkehr längere Zeit zusammengebrochen wäre.

Sechs Wochen lang lief aber auch bei uns die Annahmestelle nur auf Sparflamme. Doch nach den ersten Lockerungen kamen die Mutigen wieder zu uns. Sie ließen sich auch vom Zwang zur telefonischen Anmeldung nicht abhalten, uns wichtige Hilfsgüter zu bringen. So konnten wir jetzt am 27. Juni wieder einen Transport mit 14 Tonnen Hilfsmaterial auf die Reise schicken: zwei Pflegebetten, Rollstühle, Pflegehilfsmittel, Hygieneartikel, Kleidung für Kinder und Erwachsene, Werkzeug, Bettwäsche, Matratzen und vieles mehr.

Eine Besonderheit darf ich noch berichten: Aus Adjud erreichte uns die Bitte nach einem Akkordeon für einen Jungen, der gerne im Gottesdienst die Gemeindelieder begleiten möchte. Ich fand nach kurzer Suche ein schönes, perlmuttgeschmücktes, noch voll funktionsfähiges, etwa sechzig Jahre altes, gepflegtes Instrument. Das wird nun in Zukunft das Lob Gottes in Rumänien kräftig unterstützen. Das Bild zeigt unsere Helfer beim Laden des LKW. Einer musste das Akkordeon unbedingt sofort ausprobieren.

Unsere Arbeit geht also unvermindert weiter und muss weitergehen, um gerade den Ärmsten durch diese und möglicherweise noch nachfolgende Krisen hindurchzuhelfen.

Ich möchte Ihnen allen dafür aus tiefstem Herzen danken, und Sie weiterhin um Ihre großzügige Unterstützung bitten. Möge Gott Sie dafür reichlich segnen.

Besondere Hilfsprojekte
Im letzten Rundbrief habe ich von einem besonderen Bauvorhaben berichtet. Für eine Familie mit zwei behinderten Kindern sollte ein neues Haus entstehen. Das Projekt konnte inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden, wie die nachfolgenden Bilder zeigen.

So sah es ursprünglich aus: eine windschiefe Lehmhütte.

 

 

 

 

Und so sieht es jetzt aus.

 

Die neue Wohnsituation ist für die Familie ein unbeschreiblich großer Segen. Ich finde es höchst ermutigend, wie mit relativ überschaubaren Mitteln solche Hilfe möglich wird.

 

Mit diesem ermutigenden und Hoffnung weckenden Bild wünsche ich Ihnen von Herzen eine frohe und hoffentlich unbeschwerte Zeit. Mögen Sie wohlbehalten an Leib und Seele vollends durch die Krise kommen.

Es grüßt Sie sehr herzlich auch im Namen von Vorstand und Ausschuss

Ihr Siegfried Schanz

 

P.S.:
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