Rundbriefe

Juli 2021

 

Liebe Paten, Spender und Freunde der Rumänienhilfe,

„Dient dem Herrn mit Freuden – gerade jetzt.“ (Ps.100,1) Dieses Bild geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Es zeigt eine Mitarbeiterin unserer Partnerorganisation „Firm Foundations Romania (FFR)“ bei ihrer Arbeit mit bildungsfernen Kindern in Budila, einem großen Roma-Dorf in der Nähe von Braşov. Schützend beugt sie sich über das vor ihr sitzende Mädchen, das sich mit Schreibarbeit abmüht. Sie führt ihm hilfreich die Hand, damit der Buchstabe gelingt. Sieht nicht so ein Schutzengel aus? Ihre ganze Haltung drückt Fürsorge, aber auch Wertschätzung und Zuwendung aus, alles, was dieses Kind einer armen Familie aus einem bitterarmen Dorf oft schmerzlich vermisst. Sie ist ganz offensichtlich mit Freude bei ihrer Arbeit. Ja, ich will damit sagen: Sie dient dem Herrn mit Freuden.

Und dies gerade jetzt. Gerade jetzt heißt: in Zeiten der Pandemie, in Zeiten, in denen die bildungsfernen Kinder unter besonderem Stress leiden, weil ihre Hoffnung auf ein besseres Leben infrage gestellt ist. Werden die Kinder in der Schule Erfolg haben? Werden sie einer besseren Zukunft entgegengehen als es ihren Eltern möglich war?

Gibt es für sie einen Ausweg aus dem Teufelskreis von sozialer Ächtung, Chancenlosigkeit im Berufsleben, Armut und wiederum sozialer Ächtung?

Das Bild der jungen Frau macht mir Hoffnung und Mut. Und ich will sie gerne bei Ihrem Tun unterstützen. Für mich ist ihr Tun ein Beispiel, wie wir als Christen der Not in der Welt begegnen können. Es ist möglich, etwas zu verändern, indem wir dem Herrn dienen, gerade jetzt. Jammern und Nichtstun hilft niemand. Aber Jesus schenkt Zukunft und baut Hoffnung. Ihm will ich vertrauen.

In diesem Sinn wünsche ich uns allen ein hoffnungsfrohes Aufatmen nach dem Ende der Pandemie und ein kraftvolles Durchstarten im Namen des Herrn.

Wir erleben Wunder und Gebetserhörungen

Da erhalte ich eine etwas verzweifelt klingende Nachricht von einem unserer Partner aus Sâcele. Pfarrer Otto Kiş hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich um behinderte Jugendliche und Erwachsene zu kümmern. Er trifft sich regelmäßig mit zwei Gruppen, um mit Angehörigen und Betroffenen zu singen, zu beten und biblische Geschichten zu erzählen. Dann wird gebastelt, oder es werden Kleider sortiert und natürlich gehört auch essen und trinken zum Programm. „Hast du Kinderkleider für mich?“, so fragt er. Otto Kiş hat sicher gute Gründe nach Kinderkleidung zu fragen. Die Not ist groß. Gewiss hat er im stillen Kämmerlein darum gebetet. Aber ich kann ihm leider nicht helfen. Unser Lager ist gerade völlig leer.

Einen Tag später fährt meine Nachbarin auf den Hof. „Kannst du Kinderkleider brauchen?“, fragt sie mich. „Ich habe fünf Säcke voll.“ Da bin ich wirklich sprachlos und ich spüre: So erhört Gott Gebet. Voller Freude kann ich Otto Kiş schreiben: „Beim nächsten Transport bekommst du viele Kisten mit Kinderkleidung.“ Als er mir dankbar antwortet, sehe ich ihn förmlich vor Freude in die Luft springen. Hier ist das Bibelwort wahr geworden: Dient dem Herrn mit Freuden – gerade jetzt.

Pflegehilfsmittel für Matthias Ruopp in Cisnadie

Immer wieder erhalte ich Anrufe, in denen mir Angehörige von Verstorbenen eine Not berichten. Sie haben viele Pakete mit Höschenwindeln übrig und wissen nicht, wohin damit. Die Pflegedienste und die Apotheken nehmen sie nicht ab. Auch Blutzuckermessgeräte, Sticks, Betteinlagen, Einmalspritzen, auch hochkalorische Kost und viele andere kostbare Pflegehilfsmittel werden oft auf Vorrat gekauft. Wenn ein Angehöriger dann verstirbt, was soll mit all den teuren und wertvollen Dingen geschehen? Wegwerfen kommt nicht in Frage.

Wir haben hier eine Lösung. Seit etwa einem Jahr haben wir Kontakt zum Pflegedienst der „Philadelphia-Gemeinschaft“ in Cisnadie bei Hermannstadt, der von Matthias Ruopp geleitet wird. Er kann fast alles verwenden, was in der Pflege von kranken Menschen eingesetzt wird. Und wenn er es nicht selbst benötigt, kennt er alle möglichen Stellen, denen er die Hilfsmittel weitergeben kann.

Viele Menschen in Rumänien sind nicht krankenversichert. Wenn sie Hilfe brauchen, ist der Arzt teuer. Oft bieten sie dann im Tausch gegen ärztliche Leistungen Sachmittel an. Oder Matthias Ruopp greift auf seine Sachspenden zurück und kann unentgeltlich helfen.

Auch so geht: Dienet dem Herrn mit Freuden.

Agapezentrum in Budila

Steffi Vogel und ihr Team von „Firm Foundations Romania (FFR)“ berichten: Sarah Vienna, die erste Vorsitzende, hat bei einer Rundreise in Amerika einen Sponsor für das Bauprojekt in Budila gefunden, der bereit ist, alle bis Ende Juli dieses Jahres eingehenden Spenden zu verdoppeln. Das ist eine großartige Chance, um mit der Finanzierung des Bauvorhabens ein wesentliches Stück voranzukommen. Unser Verein hat das Bauprojekt bereits mit einer großzügigen Gabe unterstützt, weil wir davon überzeugt sind, dass dies ein nachhaltiges und zukunftsträchtiges Projekt ist. In sechs Klassenzimmern werden 140 Kinder und Jugendliche Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung erhalten. Auch eine Kindergruppe mit Spiel- und Betreuungsangeboten findet Platz. Der Bildungsnotstand besonders für Kinder aus bildungsfernen Roma-Familien ist eklatant. Dem soll hier entgegengewirkt werden. Schöne Erfolge in der Vergangenheit bestätigen den Sinn dieser Maßnahme.

Wir bitten unseren Spender- und Freundeskreis, diese wertvolle Arbeit mit Ihrem Gebet und mit Spenden zu unterstützen. Bitte notieren Sie bei Ihren Überweisungen als Spendenzweck „Agapezentrum Budila“ sowie Ihre Adresse, damit wir Ihnen eine Spendenbescheinigung zustellen können.

Die Pandemie klingt ab

Zu unserer großen Freude klingt auch in Rumänien die Pandemie langsam ab und alle hoffen, dass die Zahlen bei den Neuansteckungen klein bleiben. Seit Ende Juni kann das Team von FFR wieder zu den verlassenen Kindern ins Kinderkrankenhaus. Durch den guten Kontakt zu einer Sozialarbeiterin war das Team laufend über die Fälle im Krankenhaus informiert, aber es war dem Team nicht erlaubt, das Krankenhaus zu betreten. Wir danken Gott, dass sich das nun wieder geändert hat, und die Arbeit mit den Kindern weitergehen kann. Erste Bilder zeigen das tiefe Aufatmen des Teams, aber auch die strahlenden Kinderaugen, wenn jemand kommt, um mit ihnen zu spielen und sich mit ihnen zu beschäftigen.

Renovierungsbedürftige Häuser in Marascheschti

Pfarrer Constantin Moisa aus Adjud kümmert sich um eine große Roma-Siedlung mit etwa 600 Familien, in denen es vielfältige Nöte gibt.

Er berichtet von einer Familie, die bei einem Unfall die Mutter von acht Kindern verloren hat. Der Vater und ein Mädchen sind schwer verletzt worden. Sie leiden sehr unter den Spätfolgen mit Knochenbrüchen und Kopfschmerzen. Hier würden wir gerne Medikamentenhilfe leisten.

Eine andere, siebenköpfige Familie wohnt in einer Lehmhütte mit nur einem Zimmer. Sie bräuchten dringend einen Anbau und eine bauliche Verbesserung der Wohnsituation. Es gibt kein fließendes Wasser und keinen Abwasseranschluss. Wir haben schon mit Kleiderspenden und Hausrat geholfen. Aber wir würden auch gern an einer Verbesserung der Wohnsituation mitwirken.
Vielen Dank, wenn Sie uns helfen können.

Öffnungszeiten in unserer Annahmestelle

Die Annahmestelle ist derzeit wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet: Jeden Freitag von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr und jeden Samstag von 10 Uhr bis 12 Uhr. Bitte beachten Sie, dass wir am 24. Juli einen LKW laden und deshalb keine Hilfsgüter annehmen können. In den Sommerferien haben wir vom 1. bis 22. August geschlossen.

Nun wünsche ich Ihnen von Herzen eine frohe und gesegnete Urlaubszeit. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich. Es grüßt Sie sehr herzlich im Namen von Vorstand und Ausschuss

Ihr Siegfried Schanz

P.S.:
Wir möchten gerne unseren Adress-Bestand aktuell halten. Bitte teilen Sie uns Änderungen mit.
Sie helfen uns auch, Portokosten einzusparen, wenn Sie uns Ihre Mailadresse zukommen lassen. Vielen Dank!