Rundbriefe

Rundbrief Dezember 2020

Liebe Paten, Spender und Freunde der Rumänienhilfe,

„Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig und sein Arm wird herrschen.“ (Jesaja 40,3.10) Was für ein starkes Wort, mit dem ich Sie sehr herzlich zu dieser Advents- und Weihnachtszeit grüßen möchte.

Wegbereiter dürfen wir sein, für den größten Herrn aller Zeiten, für den Herrn aller Herren. Wegbereiter, wie einst der Prophet Jesaja im babylonischen Exil, der dem Volk Israel die Freiheit verkündet hat. Was für ein Jubel.

Oder Wegbereiter wie Johannes der Täufer, der einem verstörten und unter Hoffnungslosigkeit leidenden Volk den Messias, den Retter ankündigt. Was für ein Jubel.

Oder Wegbereiter wie Martin Luther, der die Botschaft des Auferstandenen wieder in die Mitte der Verkündigung gerückt hat.

Wie dringend brauchen wir heute Wegbereiter, die uns Auswege aus Mutlosigkeit, Hass und Gewalt zeigen. Weihnachten heißt doch: Der Retter ist da. Wir dürfen ihn bitten, dass er uns den Weg zum Frieden und zur Gerechtigkeit zeigt. Die Hasspropheten sind abgewählt. Die Entmutiger sind entmachtet. Es gilt das Wort: „Der Herr kommt gewaltig und sein Arm wird herrschen.“ Wie mich das entlastet und froh macht. Nicht wir müssen diese Welt retten – der Herr rettet, das Kind in der Krippe rettet uns. Er ist das Licht der Welt. In seinem Namen wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Als Wegbereiter dieses kommenden Herrn sehe ich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rumänienhilfe, unsere Paten, unsere Spender und alle, die zu unserem Freundeskreis gehören. Das wird mir immer wieder deutlich, wenn ich die Dankesbriefe und Segensworte von unseren Partnern vor Augen habe. Manchmal denke ich, wir geben hier nur etwas von unserem Überfluss ab: gebrauchte Kleider und Schuhe, Matratzen, Bettgestelle und alte Holzöfen. Aber wenn ich dann sehe, wie sehr diese Hilfsgüter immer noch gebraucht und gerne angenommen werden, wird mir warm ums Herz.

Ich möchte Ihnen allen aus tiefstem Herzen danken, dass Sie uns auch in diesem Jahr mit Spenden und Hilfsgütern so großzügig unterstützt haben. Möge Gott Sie dafür reichlich segnen. Auch unsere Partner in Rumänien bitten uns, Ihnen ihren Dank zu übermitteln. Sie schließen Sie regelmäßig in ihre Gebete und Fürbitten mit ein.

Corona
Seit dem Frühjahr hat die Pandemie auch das öffentliche und private Leben in Rumänien fest im Griff. Die zweite Welle hat in vielen Landkreisen heftige Auswirkungen. In Talmaciu ist derzeit wieder ein harter Lockdown befohlen mit strikten Ausgangsbeschränkungen. Braşov ist weiterhin ein Hotspot. Steffi Vogel und ihre Mitarbeiterinnen dürfen das Kinderkrankenhaus seit Monaten nicht betreten. Sie leiden sehr unter dieser Situation, die vor allem die verlassenen Kinder heftig trifft. Schulunterricht, Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe sind in Budila, wo sich das zweite Standbein von Firm Foundations Romania (FFR) befindet, seit Mitte September wieder möglich. Mit dazu beigetragen hat eine große Lieferung von Mundschutz aus Deutschland. (Mehr Information unter http://firmfoundationsromania.com/de)

Pflegebetten
„Können Sie achtzehn Pflegebetten brauchen?“, lautete die Anfrage an Roger Franke, unseren zweiten Vorsitzenden, im Sommer. Pflegebetten, wer es nicht weiß, sind elektrisch gesteuerte Betten, die besonders in schweren Pflegefällen oder bei Behinderungen eine unschätzbare Hilfe darstellen. Sie werden bei uns in Pflegeheimen nach Umbauten oder einfach aus Altersgründen ersetzt und niemand weiß, wohin damit. Otto Kisch, ein ungarischer Pfarrer, der in Sâcele, einer Nachbarstadt von Braşov, eine eindrucksvolle Arbeit mit behinderten Menschen aufgebaut hat, stimmte der Lieferung mit großer Freude zu.

Also organisierten wir einen Sondertransport. Roger Franke und seine Frau Carola schafften die Betten jeweils zwei stückweise auf ihrem Anhänger von Malmsheim nach Öschingen. Ein unglaublicher Kraftakt.

Im Garten hinter der Annahmestelle in Öschingen mussten die Betten vorübergehend abgestellt und dann am Abend vor dem Transport wieder alle auf den Hof gezogen werden. Bis spät in die Nacht war unser Team am Werk.

Am Freitagnachmittag erhielt ich dann von unserem Spediteur die Hiobsbotschaft, dass der LKW in der Schweiz festhängt und am Samstag nicht kommen kann. Jetzt begann ich zu rotieren.

Eine Stunde später kam jedoch die Frohbotschaft, dass der Spediteur Gott sei Dank einen Ersatz-LKW gefunden hat. Er kann am Samstag beladen werden, hieß es von der Spedition, und fährt dann in die Zentrale. Dort wird am Montag die Lieferung auf den ursprünglich vorgesehenen LKW umgeladen und anschließend fährt er nach Rumänien. Ich kann nur staunend sagen: Spediteure sind die geborenen Krisenmanager.

Das Beladen des Ersatz-LKWs funktionierte reibungslos. Roger Franke hatte alles gut geplant. Die Betten wurden zunächst aufeinandergestapelt. Der Radlader leistete hier unersetzliche Hilfe. Anschließend wurden die doppelt übereinanderstehenden Betten auf den Lastwagen gehievt.

Jetzt kommen pflegende Angehörige und pflegebedürftige Menschen in Rumänien in den Genuss dieser Hilfe. Der Aufwand hat sich allemal mehr als gelohnt.

Brennholz
Können Sie sich vorstellen, wie Sie sich fühlen würden, wenn Sie mit ihrer Familie in einer Bretterhütte wie hier auf dem Bild hausen? Und es hat draußen – wie oft im rumänischen Winter – 30 Grad Minus. Gemütlich ist es in dieser „Stube“ auf keinen Fall. Kein Fenster, kein Licht, kein Strom, kein fließendes Wasser, der Fußboden nur gestampfter Lehm. Doch es gibt in Rumänien immer noch zahllose Familien, die mit solchen Lebensumständen fertig werden müssen. Was für ein Segen, wenn es dann wenigstens Brennholz – und damit etwas Wärme – gibt. Allen Spendern, die mitgeholfen haben, in großen Mengen Kartoffeln, Lebensmittel und Brennholz zu besorgen, danke ich im Namen dieser Menschen aus tiefstem Herzen.

Dankschreiben aus Brodina
Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, dass der Bürgermeister von Brodina ein offizielles Dankschreiben an die Rumänienhilfe Mössingen gerichtet hat.

Er schreibt unter anderem: „Als Bürgermeister von Brodina fällt es mit schwer, sie nur ‚Freunde‘ zu nennen. Sie sind richtige Schutzengel, Hüter unserer Gemeinde.“

Er beschreibt, dass er Menschen mit Freudentränen in den Augen getroffen hat, die erzählten, wie glücklich sie seien über unsere letzten Spenden von Kartoffeln und Holz. Sein Brief schließt mit den Worten: „Ihr seid für viele Kinder und Alte in unserer Gemeinde Hoffnung in Not.“ Diesem Dank möchte ich mich gerne anschließen und ihn an Sie alle weitergeben.

Öffnungszeiten in der Annahmestelle
Die Annahmestelle ist vom 20. Dezember bis zum 10. Januar geschlossen.

Nun wünsche ich Ihnen von Herzen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, sowie ein gesundes und gesegnetes neues Jahr, den Frieden Gottes und den Heiligen Geist. Es grüßt Sie sehr herzlich auch im Namen von Vorstand und Ausschuss

Ihr Siegfried Schanz

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